Mikrofon an, Weltprobleme auf den Tisch

Das Planspiel „Model United Nations 2025“ hautnah erlebt

Vom 06.03.2025 bis zum 10.03.2025 war ich Teil der MUN-SH 2025. MUN-SH steht für Model United Nations Schleswig-Holstein. Es ist eine Simulation der Vereinten Nationen, bei der Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Diplomaten schlüpfen, um internationale Politik zu erleben. Sie vertreten dabei Länder oder NGOs und debattieren über aktuelle weltpolitische Themen, ähnlich wie bei echten UN-Konferenzen.

Die MUN-SH fand dieses Jahr zum 20. Mal im Kieler Landtag statt und stand unter dem Motto: „Stärke des Rechts oder das Recht der Stärkeren – Wer löst wie die Krisen von heute und morgen?“ Damit griff sie die aktuelle weltpolitische Lage auf.

Alle 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland sowie dem Ausland lernten so die Arbeitsweise der Vereinten Nationen kennen. Man erfuhr hautnah am eigenen Beispiel, wie schwer es ist, in der internationalen Politik Kompromisse und Lösungen zu finden, die von der großen Mehrheit der Staatengemeinschaft getragen werden.

Nicht nur waren alle Staaten durch Vertreter vertreten, sondern auch die Zivilgesellschaft in Form der „Nichtstaatlichen Akteure“, kurz NAs, welche auch als NGOs bezeichnet werden können.
Von diesen war ich ein Teil und konnte somit für die Staaten eine Stimme der Vernunft sein und ihnen immer wieder ins Gewissen reden. Dies tat ich unter anderem in der Generalversammlung und in der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO).
In der Generalversammlung ermahnte ich die Staaten, eine Lösung für die Desinformationskampagnen mancher Länder oder Organisationen zu finden, um unsere Arbeit nicht weiter zu erschweren. Bei der IMO hingegen wies ich auf bislang völlig außer Acht gelassene Aspekte beim marinen Geoengineering hin und bat sie, diese künftig stärker zu berücksichtigen.

Jeder Tag, an dem wir in den Gremien waren, begann mit einem Nachrichtenüberblick der MUN-SH. Danach gingen wir alle in unsere Gremien — wir NAs nicht unbedingt, da wir keinem Gremium fest zugewiesen waren, und trafen uns deshalb immer in unserem eigenen Raum.
Danach tagten die Gremien bis zum Mittag und anschließend bis zum Kaffee. Im Anschluss kam es immer auf den jeweiligen Tag an: So wurde am Freitag nur bis zum Abendessen getagt, danach folgten eine Jubiläumsrede und Vorträge, welche man sich im Vorfeld auswählen konnte.

Samstag war der längste Tag: Da wurde bis 21 Uhr in den Gremien gearbeitet, was man auch jedem ansah.
Der Sonntag hingegen war der kürzeste der Tage: Da wurde nur bis zum Mittag getagt. Man traf sich erst am Abend zur Abschlussveranstaltung wieder, bei der man die letzten Tage bei Getränken und Party Revue passieren ließ.
Montag war geprägt von der Rekapitulation der letzten Tage in den Gremien und dem Abschied — und der Schwierigkeit, die Leute ohne Anzug wiederzuerkennen.

Alles in allem kann man sagen: Es war eine tolle Veranstaltung, bei der man viele nette und engagierte junge Leute aus ganz Deutschland und dem Ausland kennengelernt hat und sich Freundschaften gebildet haben.
Trotz aller Differenzen im Planspiel waren sich am Ende jedoch alle einig: Bis zur MUN-SH 2026!

Ein großes Dankeschön an Herrn Gennrich für dieses Angebot, internationale Politik hautnah zu erleben, und auch an das Team hinter der MUN-SH für die hervorragende Organisation.

Philip Busche, Q1